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Hochzeitsgedichte

zusammengetragen von Julia Ritter

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Prüft wirklich, wer sich ewig bindet –
wird bei der Hochzeit mancher fragen.
Drum habe ich mal nachgesehen
bei Märchen und bei Sagen.
Was ich dabei herausgefunden,
das ratet ihr wohl nie:
Es prüft nicht immer ER,
es prüft viel öfter SIE.

ER läuft ihr nach mit einem Schuh,
sagt jeder: „Passt er, bist es du.“
Treibt sie dadurch zu List und Finten:
Sie schnippeln vorn am Fuß und hinten.
Nur weil ihr Fuß exakt gebaut,
wird Aschenputtel seine Braut.

SIE reicht den Bogen ihres Mannes
den Freiern hin und fragt: „Wer kann es?
Wer kann ihn wie Odysseus spannen?“
Sie weiß genau, die schwachen Mannen,
auch wenn sie noch so gerne wollen,
sind schwächer, als der lang verschollen.

ER lässt die Maid, die ihm so hold,
drei Nächte spinnen Stroh zu Gold.
Im Sinn nur finanzielle Dinge,
als ob es nicht um Liebe ginge,
droht er ihr Tod an bei Versagen.
Wen kann sie da um Hilfe fragen?
Weil er so giert nach den Moneten,
hilft ihr nur Rumpelstilz, kein Beten.

SIE im Grimm`schen Märchen fies,
der Schlange gleich im Paradies,
will nur den Mann, der schafft und tut,
riskiert sein Leben und sein Blut,
weil er den Ring im Meer soll finden,
in Tiefen, wo die Sinne schwinden.
Sie will, dass aufliest er zehn Säcke
von Hirsekörnern, die sie kecke
verstreut ins Gras, um ihn zu testen.
Als er auch da schlägt sich zum Besten,
schlägt sie ihn nicht mal in die Flucht
durch den Befehl, des Lebens Frucht,
den goldenen Apfel, ihr zu bringen,
um Herz und Hand so zu erringen.

SIE steht auf Körperkraft und Mumm.
Egal, ob klug er oder dumm,
nur vor dem Rambo, der ihr gleicht,
Brunhilde willig Segel streicht.
Zum Zweikampf fordert sie den Mann,
um klar zu sehen, was er kann.
Sie wirft den Stein, den Speer und ringt
mit ihm, was leider Unheil bringt
und Untergang den Nibelungen.
Getarnt mit Kappe ganz und gar,
hat nämlich Siegfried sie bezwungen
statt Gunther, der viel schwächer war.

SIE will den Mann mit Sinn und Geist,
was Rätselraten meistens heißt.
Er soll, statt Turandot zu küssen,
vorab der Rätsel Lösung wissen.
Dass man ihm sonst den Kopf verkürzt,
hat sicher ihn total bestürzt,
Doch Kalaf, Prinz von Astrachan,
geht die Sache ganz cool an.
Er löst drei Rätsel und sehr flott
stellt selber eins der Turandot.
Nach seinem Namen lässt er fragen
wie Rumpelstilzchen mit Behagen.

SIE fordert geistig ihn heraus:
„Stell mir ein Rätsel überaus
schwer zu lösen und zu raten,
denn ich will nur dem adäquaten
Mann die Hand zum Leben reichen.
Bist du zu dumm, fall unter Todestreichen.“
Gefällt es ihr beim Mann auch sehr,
wenn er ihr geistig überlegen,
sich sehr bald doch die Zweifel regen.
Denn als sein Rätsel ihr zu schwer,
da ist sie überhaupt nicht fair.
Da greift sie – tückisch wie Tarantel –
zu List und nebelgrauem Mantel.
Entreißt ihm als Betrügerin
tarnkappig schlau des Rätsels Sinn.

So prüfen gründlich, die sich ewig binden,
zur Eh` entschließen und sich finden
in grimmigen Märchen und alten Sagen.
Als Einblick soll uns das nun genügen.
Wenn Sandra und Johannes die Ehe heut wagen,
so fragen wir uns heimlich mit Vergnügen:
Ob Märchen das Brautpaar inspirierten?
Ob beide die gründliche Prüfung tradierten?
Ganz sicher spann (Name) das Stroh zu Gold,
und (Name), das nehmen wir gern an,
stand beim Raten der Rätsel seinen Mann.
Die Prüfungen konnten nur happy enden.
Möge lebenslang Glück Euch der Himmel spenden.
Elke Müller-Mees
Hochzeitsgedichte
Märchenhochzeit

Das Wichtigste an der Braut ist der Schuh.
Das lehren uns Märchen und Sagen.
Ob silbern, ob golden, ob zertanzt, ob aus Glas -
der Schuh ist Zeichen fürs rechte Maß.
Am Schuh erkennt der Mann mit Verstand,
wo sich die rechte Braut befand.

Greift die Frau, kurz entschlossen, zum Messerchentrick,
sieht übel es aus mit des Manns Geschick.
Doch nutzlos, dass Frauen – den Prinz im Visier -
sich ohne zu zögern aus falscher Gier
die Ferse abhacken, die Zehen zu Stümpfchen,
nur mühsam kaschiert durch seidene Strümpfchen.
Blut im Schuh verrät in finnigem Reim:
Die rechte Braut sitzt noch daheim.

Es ist die Magie wohl des weiblichen Fußes
und deshalb auch Wert eines Hochzeitsgrußes.
Und niemand hat Angst, dass der Schuh ihn mal narrt.
Auf Brautschuh wird oft auch in Pfennig gespart.
Im Schuh als Symbol sind die Zweifel versunken,
Und perlender Sekt wird gern draus getrunken.

Das Wichtigste an der Braut ist der Schuh.
Das geben wir offen und ehrlich zu.
Der Schuh, der hält uns alle in Bann.
Er allein zeigt uns, wie wählte der Mann.

Das Wichtigste an der Braut ist der Schuh.
Er darf nicht zu klein sein an Fersen und Spitzen.
Der Schuh, der muss passen, der Schuh, der muß sitzen.
Drum seht untern Tisch, schaut die Brautschuhe an!
Der Schuh allein zeigt, wie wählte der Mann.

Ruckediku, ruckediku,
kein Blut ist im Schuh.
Was alle wünschten wir und hoffen:
Er hat die rechte Wahl getroffen.
Elke Müller-Mees – Der neue Verseschmied für Hobbydichter, Urania 2001
Hochzeitsgedichte
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