Interview mit Hochzeitsfotograf Walter Hartl, tl-foto, Altdorf bei Landshut
Mit Leidenschaft begleiten der Altdorfer Hochzeitsfotograf Walter Hartl und seine Kollegin seit vielen Jahren Brautpaare an Ihrem schönsten Tag im Leben. Die besonderen Momente mit der Kamera festzuhalten und bleibende wundervolle Erinnerungen zu schaffen – genau das fasziniert den Fotografen an seiner Arbeit. Im Interview mit in-sachen-hochzeit.de erzählt Walter Hartl jetzt aus seiner Erfahrung und gibt so hilfreiche Tipps an das Hochzeitspaar weiter.
Herr Hartl, was sind für Sie die „schönen Momente“ der Hochzeitsfotografie?
"Das ist eine sehr, sehr schwierige Frage. Als „Hochzeitsreporter“ sucht man ja permanent nach dem richtigen Augenblick, um auf den Auslöser zu drücken und die entscheidenden Momente einzufangen. Das bedeutet zunächst einmal maximale Konzentration und ständiges, intensives Beobachten der Situation. Also zunächst einmal Stress pur, selbst wenn es äußerlich nicht so aussieht. Unsere absoluten Highlights einer jeden Hochzeit sind: Wenn der Geistliche nach der Trauungszeremonie feststellt, dass wir in keiner Weise gestört haben und nicht wirklich aufgefallen sind. Wenn das Brautpaar beim Betrachten der Bilder immer wieder neue Details entdeckt, die ihm bei der Hochzeit völlig entgangen sind und so die eigene Hochzeit bereits nach kurzer Zeit wieder völlig neu erlebt und genießt. Und, last but not least, wenn das Brautpaar nach den Flitterwochen voller Staunen den Bildband der eigenen Hochzeit durchblättert und dabei genauso glücklich ist, wie an den glücklichsten Augenblicken der eigenen Hochzeit."
Begleiten Sie ein Brautpaar auch im Rahmen einer Hochzeitsreportage?
"Selbstverständlich begleiten wir Brautpaare. Wir verstehen uns als Hochzeits-Fotojournalisten, deren vordringliche Aufgabe es ist, die Geschichte einer Hochzeit in Bildern zu erzählen. Auf dieser Philosophie – dem Einfangen von Emotionen und Momenten – baut unsere gesamte Hochzeitsfotografie auf. Deshalb verkaufen wir unseren Brautpaaren keine Hochzeitsfotos sondern die dauerhafte Erinnerung an den schönsten Tag in ihrem Leben – erzählt in einer spannenden und emotionalen Bildergeschichte."
Bei Gästefotos greifen Sie auch mal auf ein „Photobooth“ zurück – was ist das?
"Jedem Brautpaar, das lustige und außergewöhnliche Gästefotos haben möchte, empfehlen wir unser Photobooth. Das Photobooth kommt aus dem amerikanischen Kulturkreis und heißt übersetzt so viel wie Fotokiste. Dabei handelt es sich um eine wandelbare Box, ähnlich wie der bekannte Passbildautomat in Einkaufszentren und Bahnhöfen. Sobald der Automat gestartet wird, macht er – je nach Einstellung – drei oder vier Bilder jeweils im Abstand von etwa 5 Sekunden. Innerhalb einer Minute nach dem letzten Bild werden die Aufnahmen vom eingebauten Drucker in TOP-Qualität ausgegeben. Die Gäste können die Bilder sofort mitnehmen.
Bei unserem Photobooth werden auf einem Blatt 2 identische Bilderserien produziert. Wird das Blatt geteilt, können die Gäste eine Hälfte sofort ins Gästebuch einkleben und mit einer Widmung für das Brautpaar versehen. Wir stellen zum Photobooth genügend Requisiten zum Verkleiden zur Verfügung. Damit ist für alle Beteiligten ein Riesenspaß garantiert."
Was sind Ihre Tricks, um das Hochzeitspaar locker zu machen?
"Dazu bedarf es eigentlich keiner besonderen Tricks. Das Wichtigste ist immer ein gutes Verhältnis zwischen Brautpaar und Fotograf. Meistens sind es die Männer, die sich nicht so gern fotografieren lassen und über eine gewisse Kamerascheu verfügen. Da empfehle ich dann eine kleine Kennenlern-Fotosession. Viele Menschen kennen das „fotografiert werden“ nur in der Form, dass sie vorher immer zum Posieren aufgefordert werden. Die meisten fühlen sich dabei unwohl, weil sie einerseits eine „Gute Figur“ machen sollen andererseits aber nicht wissen, wie sie das anstellen sollen. Bei der Kennenlern-Fotosession machen diese Personen dann die positive Erfahrung, dass sie ohne „erzwungene Posen“ auf den Bildern einfach besser aussehen. Gleichzeitig lerne ich das Brautpaar besser kennen und kann mich bei der Hochzeit auf die Besonderheiten meines Brautpaares optimal einstellen. Das wichtigste ist trotz aller Hektik immer eine gewisse Ruhe, das nötige Quentchen Spaß und ein paar lockere Sprüche. Dann klappt das immer."
Ist Hochzeitsfotografie Erfahrungssache oder eher jedes Mal eine neue Erfahrung?
"Jede Hochzeit ist anders. Zwar gibt es immer wieder irgendwelche Parallelen, aber das war's dann auch schon. Als Hochzeitsfotograf hat man sich – besonders bei der Reportagefotografie – deswegen immer wieder auf neue und nicht planbare Situationen einzustellen und muss diesen Situationen wirklich blitzschnell gerecht werden. Dazu bedarf es natürlich einer gewissen Erfahrung. Die benötigt man bereits beim Packen und Checken der Ausrüstung vor der Hochzeit. Sonst kann es leicht vorkommen, dass man mit der falschen oder mit einer unvollständigen Ausstattung antritt. Das darf natürlich keinesfalls passieren. Durch immer neue Situationen lernt man bei jeder Hochzeit dazu und gewinnt wiederum neue Erfahrungen. Beim Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen – den wir sehr intensiv betreiben – lernen wir ständig dazu, um unseren Brautpaaren noch mehr bieten zu können. Nur mit ausreichend Erfahrung und einer gut gefüllten „Trickkiste“ schafft man es immer, die nötige Ruhe zu bewahren und selbst nicht vorhersehbare Situationen souverän zu bewältigen."
Wie stehen Sie Studio-Aufnahmen von Brautpaaren gegenüber?
"Studio-Aufnahmen sind für ein Brautpaar fast immer die schlechteste Alternative. Im Studio ist es – trotz aller Technik – nie möglich den einzigartigen Zauber und die wirklich einmalige Atmosphäre, die sich auf jeder Hochzeit ausbreitet auch nur annähernd einzufangen. Ich bezeichne diese Art von Aufnahmen immer als „Bilder aus Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett“, die mit der Realität nur wenig gemeinsam haben."
Auf was legen Sie persönlich bei der Nachbearbeitung Wert?
"Zu Zeiten der analogen Fotografie auf Film wurde das Bildergebnis bereits durch die Auswahl des Filmmaterials und des Entwicklungsprozesses beeinflusst und gesteuert. Beim Anfertigen der Vergrößerungen hat ausgebildetes Personal die Bildwirkung durch geschickten Einsatz von Bildhelligkeit, Farben und Bildausschnitten verstärkt. Genau das Gleiche geschieht bei uns in der digitalen Nachbearbeitung. Zunächst werden die Kamera-Rohdaten mit einem speziellen Programm entwickelt und die bereits genannten Parameter beeinflusst. Brautportraits werden anschließend – soweit erforderlich und gewünscht – noch einer speziellen Beauty-Retusche von Hand unterzogen. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Bräute wie Menschen aussehen und nicht wie leblose Puppen. Diesen Effekt erreicht man nur in aufwändiger Handarbeit. Der Einsatz von Software oder Filterprogrammen schafft nur künstlich aussehende „weichgematschte“ Einheitshaut – das lehnen wir ab. Vor allen Dingen sprechen wir die Nachbearbeitung mit jedem Brautpaar individuell ab und gestalten die Bilder nach den Wünschen des Brautpaares."
In welcher Form erhält das Brautpaar seine Bilder und kann man auch digitale Daten kaufen?
"Jedes Brautpaar erhält bei uns die Bilder genau so, wie das Brautpaar die Bilder wünscht. Selbstverständlich bekommt ein Brautpaar bei uns die Daten der Hochzeitsbilder. Diese sind von uns bearbeitet und ohne Wasserzeichen in der Auflösung, die das Brautpaar wünscht. Daten in „voller Auflösung“ sagt erstens einmal absolut gar nichts aus und zweitens können viele Brautpaare diese Daten keineswegs wirklich sinnvoll nutzen. Deshalb bekommt Jedes Brautpaar seine Daten so wie das Brautpaar das wünscht – mit einer Ausnahme: Rohdaten verlassen bei uns niemals das Haus."
Haben Sie zum Abschluss noch einen besonderen Tipp für Braut und Bräutigam parat?
"Wir haben natürlich für jedes Brautpaar eine ganze Menge Tipps, die wir beim Vorgespräch gern weitergeben, von mir natürlich ein Tipp, der einem Brautpaar die Wahl des richtigen Hochzeitsfotografen erleichtern soll: Achten Sie bei der Auswahl Ihres Hochzeitsfotografen ganz besonders auf das Vorgespräch. Nehmen Sie nur solche Anbieter in die engere Wahl, die sich auch wirklich Zeit für Sie nehmen, die Sie wirklich umfassend informieren. Lassen Sie sich Original-Hochzeitsbilder vorlegen und nicht mit tollen Bildern abspeisen, die in Wirklichkeit auf Workshops entstanden sind. Fragen sie deshalb GENAU nach, welche Leistung Sie zu welchem Preis einkaufen und lassen Sie sich jedes Angebot genau erklären. Vereinbaren sie einen Festpreis, nur so sind Sie vor unliebsamen und vor allem meist teuren Überraschungen sicher."
Das Brautpaar soll sich auch nicht scheuen und auf den Hochzeitsfilmer zugehen, wenn es eine spontane Idee hat oder etwas Wichtiges kommtDas Brautpaar sollte darauf achten, dass der Filmer vorher ein persönliches Gespräch führt und eine professionelle Ausrüstung besitzt. Es ist auch immer ratsam, einen „fremden“ Filmer zu bevorzugen als einen Gast, der ein bisschen mit filmt. Der möchte ja eigentlich mitfeiern und würde sich furchtbar ärgern, wenn er einen wichtigen Moment verpatzt.Das Brautpaar soll sich auch nicht scheuen und auf den Hochzeitsfilmer zugehen, wenn es eine spontane Idee hat oder etwas Wichtiges kommt “
… in-sachen-hochzeit.de bedankt sich für das informative Gespräch.
Walter Hartl ist Hochzeits-Fotojournalist und Inhaber des Fotostudios:
tl-foto
Bernsteinstr. 17
D-84032 Altdorf bei Landshut
www.tl-foto.de
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